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Stellenanzeige für den Vertrieb schreiben, mit Beispiel

Eine Stellenanzeige für den Vertrieb entscheidet in den ersten drei Zeilen, ob ein guter Kandidat (m/w/d) weiterliest oder wegklickt. Die meisten Anzeigen verlieren genau dort, weil sie mit Floskeln starten statt mit den drei Angaben, auf die es wirklich ankommt. Unten steht eine komplette Beispiel-Anzeige zum Übernehmen, dazu die rechtlichen Punkte, die AGG-konform reingehören.

Welche drei Angaben über die Anzeige entscheiden

Jede Vertriebsanzeige steht oder fällt mit drei Angaben: was genau verkauft wird, also Produkt oder Dienstleistung, Preisniveau und Vertriebsweg, an wen verkauft wird, also Zielgruppe, Branche und Entscheiderebene, und wie das Gehalt aufgebaut ist, also Fixum, variabler Anteil und wie realistisch das Ziel erreichbar ist.

Fehlt eine dieser drei Angaben, bewirbt sich vor allem, wer gerade irgendeinen Job sucht. Vertriebler rechnen von Berufs wegen. Bevor sie Zeit in eine Bewerbung stecken, überschlagen sie, ob sich der Wechsel lohnt, und dafür brauchen sie Zahlen, keine Andeutungen.

Ein Beispiel für den Unterschied: “Verkauf an Unternehmen” sagt nichts, “Verkauf an Speditionen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden, Ansprechpartner ist meist der Geschäftsführer oder Logistikleiter” schon. Wer die eigene Zielgruppe selbst nicht in einem Satz beschreiben kann, sollte das vor der Anzeige klären, nicht erst im ersten Gespräch mit einem Bewerber.

Die Beispiel-Anzeige zum Übernehmen

So sieht eine Anzeige aus, die alle drei Angaben klärt. Kopier sie dir und ersetz die Platzhalter mit deinen eigenen Zahlen.

Sales Development Representative (m/w/d)

Wir verkaufen eine Software für mittelständische Speditionen, Jahresvertrag im Bereich von 8.000 bis 25.000 Euro. Du sprichst Geschäftsführer und Logistikleiter in Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden an und vereinbarst Termine für unsere Account Executives (m/w/d).

Das machst du:

  • Rund 40 Anrufe am Tag, davon 8 bis 12 echte Gespräche mit Entscheidern
  • Recherche und Priorisierung deiner eigenen Zielkundenliste
  • Pflege der Pipeline im CRM
  • Enge Abstimmung mit den Account Executives, an die du Termine übergibst

Das bringst du mit:

  • Erste Erfahrung im Vertrieb oder in einem Job mit viel Kundenkontakt, etwa Einzelhandel oder Callcenter
  • Du hältst ein Nein am Telefon aus, ohne dass es dich aus der Bahn wirft
  • Deutsch verhandlungssicher, Englisch für interne Abstimmungen

Das bekommst du:

  • Fixgehalt 34.000 bis 38.000 Euro brutto im Jahr, plus variabler Anteil von 6.000 bis 10.000 Euro bei Zielerreichung
  • Klarer Weg zur Account-Executive-Rolle nach 12 bis 18 Monaten
  • Feste Einarbeitung in den ersten 90 Tagen mit wöchentlichem Coaching

Bewirb dich mit Lebenslauf, ohne Anschreiben, direkt per Mail. Rückmeldung innerhalb von drei Werktagen.

Wie sich die Anzeige für eine Account-Executive-Rolle unterscheidet

Für eine erfahrenere Rolle wie Account Executive (m/w/d) bleibt der Aufbau gleich, die Inhalte verschieben sich. Statt Anrufvolumen zählt hier die Abschlussquote, statt Terminvereinbarung der ganze Verkaufszyklus bis zur Unterschrift.

Account Executive (m/w/d)

Du übernimmst qualifizierte Termine von unserem SDR-Team und führst den kompletten Verkaufsprozess bis zum Abschluss, von der Bedarfsanalyse bis zur Vertragsunterschrift. Deal-Größe zwischen 8.000 und 25.000 Euro Jahresvertrag, Sales Cycle im Schnitt 6 bis 8 Wochen.

Das machst du: 15 bis 20 qualifizierte Termine im Monat führen, eigene Bestandskunden für Upsell betreuen, enge Abstimmung mit dem SDR-Team über Übergabequalität.

Das bringst du mit: mindestens 18 Monate Erfahrung im B2B-Vertrieb, idealerweise als SDR mit nachweisbarer Beförderung, Erfahrung mit komplexeren Verhandlungen.

Das bekommst du: Fixgehalt 45.000 bis 55.000 Euro brutto im Jahr, plus variabler Anteil von 20.000 bis 30.000 Euro bei Zielerreichung, unbegrenztes Provisionsmodell nach oben.

Der Unterschied zur SDR-Anzeige zeigt sich vor allem im variablen Anteil, der bei erfahreneren Rollen deutlich höher ausfällt, und in den Anforderungen, die sich stärker an nachweisbaren Ergebnissen orientieren als an reiner Motivation.

Warum Floskeln wie “Hunter-Mentalität” niemanden ansprechen

Floskeln fühlen sich beim Schreiben nach Anspruch an, filtern beim Lesen aber niemanden vor, weil sich jeder Bewerbende darin wiedererkennt. Konkrete Sätze über den Arbeitsalltag tun genau das, was die Floskel verspricht, nur tatsächlich.

FloskelWas stattdessen dasteht
“Hunter-Mentalität gesucht”“Du machst 40 Kaltakquise-Anrufe am Tag, ohne warme Leads”
“Wir suchen eine echte Vertriebspersönlichkeit”“Du sprichst pro Tag mit 8 bis 12 Entscheidern und vereinbarst Termine”
“Attraktives Gehaltspaket”“34.000 bis 38.000 Euro Fixum, plus 6.000 bis 10.000 Euro variabel”
“Dynamisches, junges Team”“Vertriebsteam aus zwölf Personen, montags gemeinsames Pipeline-Meeting”
“Flexible Arbeitszeiten”“2 Tage Home-Office pro Woche, fest im Kalender”

Wie das Gehalt in die Anzeige gehört

Nenn immer eine Spanne aus Fixum und variablem Anteil, nie eine einzelne feste Zahl, weil du das tatsächliche Gehalt ohnehin erst im Gespräch verhandelst. Schreib dazu, wie realistisch der variable Anteil erreicht wird, also ob er auf einer Zielgröße basiert, die dein Team im Schnitt tatsächlich schafft.

Der Effekt einer klaren Gehaltsangabe ist messbar. Laut einer Stepstone-Umfrage unter rund 5.700 Personen verzichten sechs von zehn Bewerbenden auf eine Bewerbung, wenn die Anzeige keine Gehaltsangabe enthält, berichtet t3n. Wie hoch die marktüblichen Spannen für SDR-Rollen in Deutschland aktuell liegen, steht in unserem Beitrag zum SDR-Gehalt in Deutschland.

Was rechtlich in die Anzeige muss

Die Rolle wird geschlechtsneutral ausgeschrieben, also immer mit dem Zusatz (m/w/d) nach der Berufsbezeichnung. Das ist Pflicht seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, das eine diskriminierungsfreie Stellenausschreibung vorschreibt.

Über das (m/w/d) hinaus lohnt sich ein zweiter Blick auf die Formulierungen selbst:

  • Alter: “junges Team”, “Berufseinsteiger bevorzugt” oder “Digital Native” können ältere Bewerbende indirekt ausschließen.
  • Herkunft: “Deutsch als Muttersprache” ist riskant, wenn die Sprache im Job auch von Nicht-Muttersprachlern beherrscht werden kann. Präziser und rechtlich sauberer ist “Deutsch verhandlungssicher”.
  • Geschlecht: Rein männliche oder weibliche Formulierungen ohne (m/w/d) sind ein klassischer Abmahnungsgrund.

Das ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall, aber diese drei Punkte fangen die häufigsten Fehler in Vertriebsanzeigen ab. Im Zweifel hilft ein einfacher Test: Lies die Anzeige laut vor und frag dich, ob eine Formulierung jemanden ausschließt, der die Rolle inhaltlich genauso gut ausfüllen könnte wie jede andere Person auf dem Markt. Bleibt die Antwort unklar, ist die Formulierung meist zu spezifisch geraten.

Wo die Anzeige zusätzlich zur klassischen Jobbörse hingehört

Eine Anzeige allein reicht für die meisten Vertriebsrollen nicht aus, weil gute Vertriebler selten aktiv suchen. Sie läuft am besten parallel zur direkten Ansprache passender Kandidaten, dazu mehr in unserem Beitrag zu Active Sourcing im Vertrieb. Wie sich die Kanalwahl je nach Rolle unterscheidet, speziell für die SDR-Position, steht in SDR einstellen und im ausführlichen Leitfaden zum Vertriebsmitarbeiter finden.

Veröffentliche die Anzeige zusätzlich dort, wo Vertriebler tatsächlich unterwegs sind: LinkedIn Jobs erreicht auch Kandidaten, die gerade nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber ein interessantes Angebot sehen. Die eigene Karriereseite lohnt sich als feste Anlaufstelle, wenn Kandidaten nach dem ersten Kontakt selbst nachschauen. Und eine kurze interne Nachricht ans bestehende Team bringt oft die besten Empfehlungen, weil dein Team weiß, wer aus dem eigenen Netzwerk tatsächlich zur Rolle passt.

Checkliste vor der Veröffentlichung

  • Steht in den ersten drei Zeilen, was verkauft wird und an wen
  • Steht eine Gehaltsspanne aus Fixum und variablem Anteil drin
  • Ist jede Floskel durch einen konkreten Satz ersetzt
  • Steht der Zusatz (m/w/d) direkt nach der Berufsbezeichnung
  • Enthält keine Formulierung, die Alter, Herkunft oder Geschlecht indirekt anspricht
  • Ist die Anzeige in unter zwei Minuten am Handy lesbar
  • Ist der Bewerbungsweg am Ende klar und einfach

Häufige Fragen

Muss ich das Gehalt in die Stellenanzeige schreiben?

Gesetzlich nicht, aber es lohnt sich deutlich. Laut einer Stepstone-Umfrage verzichten sechs von zehn Bewerbenden auf eine Bewerbung, wenn keine Gehaltsangabe in der Anzeige steht, berichtet [t3n](https://t3n.de/news/stellenanzeigen-gehaltsdaten-erhoehen-bewerberquote-1601397/). Eine realistische Spanne aus Fixum und variablem Anteil reicht völlig.

Ist "Hunter-Mentalität" wirklich so ein Problem in der Anzeige?

Das Wort allein schadet nicht, das Problem ist, dass es nichts über den Job verrät. Fast jeder Kandidat hält sich für jemanden mit Biss, die Formulierung filtert also niemanden vor. Konkrete Sätze über Anrufzahlen und Zielgruppe filtern dagegen tatsächlich.

Was heißt AGG-konform bei einer Vertriebsanzeige genau?

Die Rolle wird geschlechtsneutral ausgeschrieben, also mit dem Zusatz (m/w/d), und Anforderungen dürfen niemanden wegen Alter, Geschlecht, Herkunft oder anderer im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz genannter Merkmale ausschließen. Formulierungen wie "junges dynamisches Team" oder "Berufseinsteiger bevorzugt" können im Streitfall zum Problem werden.

Wie lang sollte eine Vertriebsanzeige sein?

Kurz genug, dass sie am Handy in unter zwei Minuten gelesen ist. Die drei entscheidenden Angaben, also Produkt, Zielgruppe und Gehalt, gehören nach oben, alles Organisatorische wie Bewerbungsweg ans Ende.

Du hast gerade eine Vertriebsstelle offen?

Wir besetzen sie in 21 Tagen. Jeder Kandidat, der bei dir im Kalender landet, hat vorher bei uns live am Telefon verkauft. Du zahlst keinen Cent, bis dein Vertriebler eingestellt ist.

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