Recruiting für LegalTech: Vertriebler für Kanzleien
Kurz gesagt
Für LegalTech besetzen wir Vertriebsrollen mit Menschen, die mit Juristen sprechen können, ohne unpräzise zu werden. Der Käufer ist beruflich darauf trainiert, Aussagen zu prüfen und Risiken zu suchen, und er reagiert allergisch auf Übertreibung. Gesucht ist ein Profil mit hoher sprachlicher Genauigkeit und der Geduld für sehr konservative Entscheidungswege.
- Rollen, die wir besetzen
- SDR, Account Executive, Enterprise Sales für Rechtsabteilungen
- Verkauft wird an
- Kanzleipartner und Kanzleimanagement, in Unternehmen die Leitung der Rechts- oder Compliance-Abteilung
- Verkaufszyklus
- Lang, in Kanzleien häufig an Partnerentscheidungen und Abrechnungslogik gebunden
- Profil, das hier trägt
- Sprachlich präzise, hält Prüffragen aus, verspricht nie mehr als belegbar ist
LegalTech verkauft an eine Berufsgruppe, deren Kernkompetenz das Prüfen von Aussagen ist. Das verändert das Verkaufsgespräch grundlegend: Jede Behauptung, die nicht belegbar ist, wird zur Belastung, nicht zum Argument.
Der Denkfehler, der die meisten Gespräche kostet
Fast jeder Vertriebler steigt mit Zeitersparnis ein. In einer Kanzlei, die nach Stunden abrechnet, ist das aus Sicht des Partners ein Umsatzverlust. Der Satz “damit sparen Sie zwei Stunden pro Mandat” bedeutet für ihn zunächst “damit verdiene ich zwei Stunden weniger”.
Die Übersetzung, die funktioniert, läuft über Kapazität:
- Mehr Mandate mit demselben Team annehmen
- Arbeit abrechenbar machen, die bisher unter den Tisch fiel
- Junge Anwälte schneller produktiv bekommen
- Mandantenanfragen beantworten, für die bisher keine Zeit war
Das ist derselbe Sachverhalt, aber aus der Geschäftslogik des Käufers gedacht. Wer das im ersten Gespräch hinbekommt, hebt sich sofort von den anderen Anbietern ab.
Warum Entscheidungen hier so lange dauern
In Kanzleien entscheidet selten eine Person. Bei mehreren Partnern muss eine Mehrheit mitziehen, und jeder Partner arbeitet anders. Dazu kommt eine berufsbedingte Vorsicht: Wer beruflich Risiken bewertet, tut das auch bei der eigenen Software.
Für den Vertriebler heißt das, dass er einen internen Fürsprecher braucht und diesen befähigen muss, ohne ihn dabei zu bevormunden. Die Frage “was brauchst du, um das intern durchzubekommen” ist in dieser Branche wirksamer als jede Abschlusstechnik.
Das Profil, das hier trägt
Sprachliche Genauigkeit. Keine Superlative, keine ungefähren Zahlen. Wer “deutlich schneller” sagt, bekommt die Rückfrage, wie viel genau. Wer dann keine Antwort hat, verliert.
Aushalten von Prüffragen. Juristen fragen nach, systematisch. Das ist kein Misstrauen, sondern Berufsroutine. Ein Kandidat, der das persönlich nimmt, wird nervös und macht Fehler.
Abschlussorientierung trotz Zurückhaltung. Die größte Gefahr in dieser Branche ist der Berater-Typ: fachlich stark, angenehm im Gespräch, fragt nie nach dem nächsten Schritt. Er produziert viele gute Gespräche und keine Umsätze.
Wie man diesen Typ im Auswahlverfahren erkennt, steht in Vertriebler im Interview testen.
Wo wir suchen
Bei Anbietern von Kanzlei- und Compliance-Software, in der Rechtsberatung, bei Verlagen mit juristischem Fachprogramm und bei Juristen, die aus der Beratung ins Verkaufen wechseln wollen. Die letzte Gruppe ist klein, aber wenn die Abschlussorientierung stimmt, sind das die stärksten Kandidaten der Branche.
Das Szenario, das dein Kandidat lösen muss
Der Kandidat spricht mit einem Kanzleipartner und soll einen Termin setzen. Der Einwand ist typisch für diese Käufergruppe: "Bei uns arbeitet jeder Partner anders, das lässt sich nicht vereinheitlichen" oder "Wenn ich Zeit spare, kann ich weniger abrechnen". Der zweite ist der eigentliche Test, weil er die Geschäftslogik der Kanzlei berührt. Wir bewerten, ob der Kandidat das versteht und über Mandatsvolumen argumentiert statt über Zeitersparnis.
Den kompletten Ablauf ansehenHäufige Fragen
Warum ist "Zeit sparen" in Kanzleien ein schwaches Argument?
Weil viele Kanzleien nach Stunden abrechnen. Wer weniger Zeit braucht, verdient auf den ersten Blick weniger. Das Argument muss deshalb über Kapazität laufen: mehr Mandate mit demselben Team, oder Arbeit, die bisher gar nicht abgerechnet wurde.
Braucht ein LegalTech-Vertriebler ein juristisches Studium?
Nein, aber sprachliche Genauigkeit. Juristen hören sehr genau zu. Eine unpräzise Formulierung, die anderswo durchgeht, führt hier zu einer Rückfrage und im Zweifel zum Vertrauensverlust.
Passen Kandidaten mit juristischer Vorbildung?
Häufig sehr gut, wenn sie wirklich verkaufen wollen. Das Risiko ist der Berater-Typ, der fachlich glänzt und nie nach dem Abschluss fragt. Genau das prüfen wir im Test.
Wie unterscheidet sich der Verkauf an Rechtsabteilungen?
Eine Rechtsabteilung ist eine Kostenstelle, keine Umsatzeinheit. Dort zählt Risikominimierung und Entlastung, nicht Abrechenbarkeit. Der Pitch ist deshalb ein anderer als in der Kanzlei, obwohl das Produkt dasselbe sein kann.
Andere Branchen, die wir besetzen
- Fintech Kaufmännische Leitung, CFO und Finanzbuchhaltung, bei größeren Abschlüssen zusätzlich Compliance und Revision
- HR-Tech und People-Tech Personalleitung und HR-Verantwortliche, bei größeren Abschlüssen zusätzlich Geschäftsführung, Betriebsrat und Datenschutz
- Cybersecurity IT-Leitung und Sicherheitsverantwortliche, ab größeren Verträgen zusätzlich Geschäftsführung und Revision