Recruiting für Fintech: Vertriebler finden
Kurz gesagt
Für Fintech besetzen wir Vertriebsrollen mit Menschen, die mit Finanzverantwortlichen auf Augenhöhe sprechen können und Regulatorik nicht als Störung behandeln. Der Verkauf scheitert hier fast nie am Nutzen, sondern an Vertrauen und internen Freigaben. Gesucht wird deshalb ein Profil, das Geduld über lange Freigabeschleifen hat und mit Zahlen sauber argumentiert.
- Rollen, die wir besetzen
- SDR, Account Executive, Partnerships und Enterprise Sales
- Verkauft wird an
- Kaufmännische Leitung, CFO und Finanzbuchhaltung, bei größeren Abschlüssen zusätzlich Compliance und Revision
- Verkaufszyklus
- Lang, häufig ein bis zwei Quartale, weil Freigaben mehrere Stellen durchlaufen
- Profil, das hier trägt
- Sicher mit Zahlen, geduldig bei Freigaben, glaubwürdig gegenüber kaufmännischen Entscheidern
Im Fintech wird selten über den Nutzen diskutiert. Dass ein besserer Zahlungsablauf oder eine sauberere Buchhaltung Geld spart, versteht ein Finanzverantwortlicher sofort. Verkauft wird trotzdem schwer, und zwar aus zwei Gründen: Vertrauen und interne Freigaben.
Warum Vertrauen hier den Ausschlag gibt
Ein Fehler in der Buchhaltung oder im Zahlungsverkehr ist für einen CFO kein Ärgernis, sondern ein Haftungsthema. Deshalb bewertet er den Anbieter mindestens so streng wie das Produkt. Für den Vertriebler heißt das: Er verkauft zuerst Verlässlichkeit, dann Funktionen.
Was Vertrauen in diesem Gespräch erzeugt, ist unspektakulär und schwer zu erlernen:
- Präzision. Eine Zahl, die auf Nachfrage nicht hält, beendet das Gespräch endgültig.
- Ruhe bei Einwänden. Wer bei Compliance-Fragen nervös wird, bestätigt genau die Sorge.
- Kenntnis des Ablaufs. Wer weiß, wie eine Freigabe im Mittelstand läuft, wirkt wie jemand, der das schon zehnmal begleitet hat.
Der eigentliche Gegner heißt Freigabeprozess
Der häufigste Grund für einen verlorenen Fintech-Deal ist kein Nein, sondern Stillstand. Der Fachbereich ist überzeugt, dann geht die Sache an Compliance, danach an die Revision, dazwischen liegt ein Quartalsabschluss, und plötzlich sind vier Monate vergangen.
Ein Vertriebler, der damit umgehen kann, arbeitet anders als einer, der schnelle Abschlüsse gewohnt ist. Er klärt früh drei Dinge:
- Wer außer dem Ansprechpartner muss zustimmen, namentlich?
- Was genau braucht diese Person, um zuzustimmen?
- Bis wann muss es laufen, und was passiert, wenn der Termin reißt?
Diese Fragen unterscheiden im Fintech den erfolgreichen vom fleißigen Vertriebler. Mehr dazu, wie man das im Gespräch prüft, steht in Vertriebler im Interview testen.
Welche Herkunft funktioniert und welche nicht
| Woher der Kandidat kommt | Was er mitbringt | Worauf du achten musst |
|---|---|---|
| Bankenvertrieb | Zielgruppe, Sprache, Regulatorik | Ob er selbst Kontakte erzeugt oder sie zugeteilt bekam |
| SaaS-Vertrieb | Tempo, saubere Discovery, Prozessdenken | Ob er lange Freigabeschleifen aushält |
| Steuerberatung oder Buchhaltung | Fachliche Glaubwürdigkeit | Ob er verkaufen will oder nur beraten |
| Schneller Endkundenvertrieb | Abschlussstärke, Ausdauer | Meist zu ungeduldig für diese Zyklen |
Die häufigste Fehlbesetzung im Fintech ist der schnelle Abschließer. Er startet stark, weil er viele Gespräche führt, und bricht im zweiten Quartal ein, weil nichts davon zum Abschluss kommt und ihn das zermürbt.
Was wir vor der Suche von euch brauchen
Damit die Kandidaten passen, klären wir im Kickoff drei Punkte: An welche Unternehmensgröße ihr verkauft, wer bei euren letzten drei Abschlüssen tatsächlich unterschrieben hat, und wie lange diese Abschlüsse gedauert haben. Aus diesen Angaben ergibt sich das Profil deutlich zuverlässiger als aus einer Stellenbeschreibung.
Der Ablauf danach ist derselbe wie in jeder Branche, nachzulesen für Startups.
Das Szenario, das dein Kandidat lösen muss
Der Kandidat führt ein Erstgespräch mit einer kaufmännischen Leitung und soll einen Folgetermin setzen. Der Einwand kommt aus der Praxis dieser Branche: "Wir wechseln unseren Zahlungsdienstleister nicht mitten im Jahr" oder "Da muss die Revision drüberschauen, das dauert Monate". Wir bewerten, ob er den Prozess beim Kunden ernst nimmt und einen realistischen nächsten Schritt vereinbart, statt auf einen schnellen Abschluss zu drängen.
Den kompletten Ablauf ansehenHäufige Fragen
Braucht ein Fintech-Vertriebler eine Ausbildung im Finanzbereich?
Nicht zwingend, aber er muss die Sprache verstehen. Wer Begriffe wie Liquidität, Buchungskreis oder Zahlungsziel erst nachschlagen muss, verliert bei einem CFO im ersten Gespräch an Autorität.
Warum dauern Verkaufszyklen im Fintech so lange?
Weil neben dem Fachbereich meist Compliance, Revision und teils die IT zustimmen müssen. Jede Station kostet Wochen. Ein guter Vertriebler plant das ein, statt in der Wartezeit den Kontakt zu verlieren.
Passen Kandidaten aus dem Bankenvertrieb?
Oft ja, mit einer Einschränkung. Sie kennen die Zielgruppe und die Regulatorik, sind aber ein Tempo gewohnt, das im Startup nicht reicht. Wir prüfen im Test, ob jemand von sich aus Kontakte erzeugt oder auf zugeteilte Kunden wartet.
Besetzt ihr auch Rollen mit Fokus auf Partnerschaften?
Ja. Das Szenario im Test wird dann angepasst: Statt eines Endkunden spielt der Prüfer einen potenziellen Vertriebspartner, der wissen will, was für ihn dabei herausspringt.
Andere Branchen, die wir besetzen
- InsurTech und Versicherung Inhaber von Maklerbüros und Pools, auf der anderen Seite Fachbereiche und Vorstandsressorts bei Versicherern
- B2B SaaS Fachabteilungen und Geschäftsführung in mittelständischen Unternehmen, ab größeren Verträgen zusätzlich IT und Einkauf
- LegalTech und Compliance Kanzleipartner und Kanzleimanagement, in Unternehmen die Leitung der Rechts- oder Compliance-Abteilung