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Was macht ein Account Executive? Aufgaben und Alltag

Ein Account Executive, kurz AE (m/w/d), übernimmt einen vorqualifizierten Termin und führt ihn bis zum unterschriebenen Vertrag. Anders als der SDR trägt er die Verantwortung für den tatsächlichen Umsatz, nicht nur für den Termin.

Dieser Beitrag zeigt den Unterschied zum SDR im Detail, wie ein typischer Verkaufszyklus abläuft und welche Erfahrung Unternehmen für die Rolle meist erwarten.

Was ein Account Executive in einem Satz macht

Ein Account Executive verhandelt und schließt Deals ab, die der SDR vorqualifiziert hat. Er führt das Erstgespräch, zeigt das Produkt, klärt Einwände und bringt den Kunden zur Unterschrift.

Während ein SDR an der Zahl guter Termine gemessen wird, zählt beim Account Executive nur eine Zahl: der Umsatz gegen das eigene Ziel. Das verändert die tägliche Arbeit spürbar, weniger Volumen, dafür mehr Tiefe pro Gespräch.

Die Phasen eines Verkaufszyklus

Ein Deal durchläuft beim Account Executive typischerweise vier Phasen, mit klaren Übergängen dazwischen.

PhaseWas passiert
DiscoveryBedarf, Budget, Entscheider und Zeitrahmen des Kunden klären
DemoProdukt zeigen, zugeschnitten auf das, was in der Discovery herauskam
EinwandbehandlungBedenken zu Preis, Wettbewerb oder internem Prozess ausräumen
Verhandlung und AbschlussKonditionen final klären, Vertrag zur Unterschrift bringen

Ein häufiger Fehler ist, die Demo zu früh zu zeigen, bevor die Discovery wirklich abgeschlossen ist. Dann wirkt sie generisch, und der Kunde erkennt seinen eigenen Fall nicht darin.

Die Discovery ist die Phase, an der sich gute von mittelmäßigen Account Executives trennen. Vier Fragen gehören dort immer hinein:

  • Was passiert, wenn ihr nichts ändert? Zeigt, ob überhaupt Leidensdruck da ist.
  • Wer außer dir entscheidet mit? Kläre das früh, sonst taucht in Woche sechs ein Einkauf auf, von dem niemand gesprochen hat.
  • Wie habt ihr zuletzt etwas Vergleichbares gekauft? Der beste Vorhersagewert für den Ablauf dieses Kaufs.
  • Bis wann muss es laufen und warum genau dann? Ohne Termin im Kundenkopf verschiebt sich jeder Deal ins nächste Quartal.

Wie ein typischer Tag aussieht

Anders als beim SDR besteht der Tag nicht aus zwei Anrufblöcken, sondern aus wenigen Gesprächen mit viel Vor- und Nachbereitung.

UhrzeitTätigkeit
8:30 bis 9:30Pipeline durchgehen, Deals sortieren, Antworten von gestern beantworten
9:30 bis 12:00Ein bis zwei Termine: Discovery oder Demo
12:00 bis 13:00Pause
13:00 bis 15:00Nachbereitung: Zusammenfassung an den Kunden, Angebot bauen, CRM pflegen
15:00 bis 16:30Weiterer Termin oder Nachfassen bei stehengebliebenen Deals
16:30 bis 17:30Eigene Akquise in bestehenden Accounts, Übergaben mit dem SDR

Der unterschätzte Teil ist die Nachbereitung. Eine kurze schriftliche Zusammenfassung nach jedem Gespräch, mit dem, was ihr besprochen habt und wer bis wann was tut, gewinnt mehr Deals als jede Abschlusstechnik. Sie gibt deinem Ansprechpartner etwas an die Hand, mit dem er intern für dich argumentieren kann, wenn du nicht im Raum bist.

Wie lange ein Verkaufszyklus dauert

Das hängt stark von der Kundengröße ab. Nach einer Auswertung von Die Vertriebswikinger dauern Verkaufszyklen im kleineren Mittelstandssegment meist 30 bis 60 Tage, im mittleren Firmenkundensegment 60 bis 120 Tage und bei größeren Konzernkunden 120 bis 365 Tage.

Für Account Executives bei jungen, finanzierten Startups bedeutet das meist kürzere Zyklen als im Konzernvertrieb, weil die Kunden selbst kleiner und schneller entscheidungsfähig sind, dafür mehr Deals pro Quartal, die durch den Trichter müssen.

Woran Erfolg als Account Executive gemessen wird

Die zentrale Kennzahl ist die Zielerreichung, meist als Prozentsatz des Quartals- oder Jahresziels ausgedrückt. Konstant über 100 Prozent zu liegen zählt mehr als ein einzelner sehr großer Abschluss.

Weitere Kennzahlen, die häufig mitlaufen:

  • Durchschnittliche Dealgröße, um zu sehen, ob eher viele kleine oder wenige große Deals abgeschlossen werden
  • Forecast-Genauigkeit, also wie zuverlässig die eigene Einschätzung zum Quartalsende war
  • Win-Rate, der Anteil der Deals, die vom ersten Gespräch bis zum Abschluss tatsächlich gewonnen werden

Was am Job gut ist

Der Verdienst ist stärker erfolgsabhängig als in fast jeder anderen Rolle, gute Abschlüsse zahlen sich direkt aus. Dazu kommt Verantwortung: Du führst das ganze Gespräch und siehst das Ergebnis deiner Arbeit im unterschriebenen Vertrag.

Der zweite Punkt wiegt langfristig schwerer als das Geld. Als Account Executive sprichst du mit Geschäftsführern und Bereichsleitern über deren Zahlen. Du lernst in zwei Jahren mehr darüber, wie Unternehmen wirklich entscheiden, als in fünf Jahren in einer internen Rolle. Das ist der Grund, warum aus dieser Position auffällig viele Gründer hervorgehen.

Was am Job hart ist

Die Verantwortung liegt am Ende bei dir. Wenn ein Deal platzt, liegt es meistens an der eigenen Verhandlung, seltener an der Discovery des SDR, das fühlt sich anders an als eine verpasste Anrufquote.

Dazu kommt der Quartalsrhythmus. Am Ende jedes Quartals zählt, was unterschrieben ist, nicht was fast fertig war. Wer schlecht mit Unsicherheit gegen Ende eines Zeitraums umgehen kann, merkt das in dieser Rolle deutlich.

Und die Zyklen sind lang. Ein Fehler, den du im Januar machst, zeigt sich im April als fehlender Abschluss. Bis dahin hast du ihn vielleicht dreimal wiederholt, weil dir niemand schnell genug widersprochen hat. Deshalb hören gute Account Executives ihre eigenen Aufnahmen ab.

Woran Account Executives am häufigsten scheitern

Vier Muster wiederholen sich, unabhängig von Branche und Produkt:

  1. Zu früh in die Demo. Der Kunde sieht Funktionen statt seiner eigenen Situation und vergleicht dich danach nur noch über den Preis.
  2. Nur mit dem netten Ansprechpartner reden. Wer nie mit dem spricht, der das Budget freigibt, verhandelt am Ende mit einem Boten.
  3. Kein Termin im Deal. Ohne einen Grund, warum es dieses Quartal passieren muss, passiert es nächstes Quartal auch nicht.
  4. Zu optimistischer Forecast. Zwei Quartale zu hoch geschätzt, und deine Einschätzung zählt intern nichts mehr, auch wenn du liefern solltest.

Der wirksamste Gegenmittel ist unspektakulär: Nach jedem Gespräch aufschreiben, was der Kunde wörtlich gesagt hat, statt was du verstanden hast.

Was du mitbringen musst, das nicht im Lebenslauf steht

Fachwissen über das Produkt lernst du in Wochen. Was länger dauert, sind drei Dinge: mit Stille umgehen können, statt sie zuzureden. Eine unangenehme Frage stellen, obwohl das Gespräch gerade harmonisch läuft. Und ein Nein früh akzeptieren, statt einen toten Deal aus Hoffnung im Forecast zu behalten.

Genau das lässt sich in einem Bewerbungsgespräch schlecht behaupten und in einem Verkaufs-Test leicht zeigen.

Welche Vorerfahrung erwartet wird

Die meisten Unternehmen besetzen die Rolle mit Vertrieblern, die vorher als SDR oder in einer vergleichbaren Rolle Termine oder kleinere Deals selbst verantwortet haben, oft nach 12 bis 24 Monaten in dieser Vorstufe. Quereinstieg direkt auf die AE-Rolle ist selten, weil die Verantwortung für den Abschluss ohne Vorerfahrung im Verkaufsgespräch schwer zu tragen ist.

Beim Gehalt liegt die Spanne laut StepStone bei rund 45.000 bis 63.000 Euro Jahresgehalt im Durchschnitt, mit teils deutlich höherem Verdienst durch Provision bei guter Zielerreichung. Wie du eine solche Spanne im Gespräch aktiv verhandelst, steht in Gehalt im Vertrieb verhandeln.

Wie du dich auf den Wechsel vorbereitest

Der beste Weg zur AE-Rolle führt über nachweisbare Erfolge als SDR und den bewussten Schritt, schon in der SDR-Zeit an Discovery-Fragen und Einwandbehandlung zu arbeiten. Details zum Übergang stehen in Vom SDR zum Account Executive, die Grundlagen der Vorstufe in Was macht ein SDR wirklich?

Wenn du zeigen willst, dass du für den Sprung bereit bist, ist ein Verkaufs-Test mit einem realistischen Einwand der ehrlichste Nachweis dafür, ehrlicher als jeder weitere Satz im Lebenslauf.

Häufige Fragen

Was macht ein Account Executive anders als ein SDR?

Ein Account Executive übernimmt vorqualifizierte Termine vom SDR und führt sie durch Demo, Einwandbehandlung und Verhandlung bis zum unterschriebenen Vertrag. Er trägt die Verantwortung für den Umsatz, der SDR nur für den Termin.

Wie lange dauert ein typischer Verkaufszyklus?

Das hängt stark von der Kundengröße ab, bei kleineren Firmenkunden meist 30 bis 60 Tage, bei größeren Konzernkunden auch 120 Tage und mehr. Startups verkaufen häufiger an kleinere Kunden, dadurch sind die Zyklen im Schnitt kürzer.

Braucht man vorher Erfahrung als SDR, um Account Executive zu werden?

In den meisten Fällen ja. Unternehmen besetzen die Rolle bevorzugt mit Vertrieblern, die vorher Termine oder kleinere Deals selbst verantwortet haben, oft nach ein bis zwei Jahren in einer Vorstufe wie SDR.

Wie viel verdient ein Account Executive?

Laut StepStone liegt das Jahresgehalt in Deutschland im Durchschnitt zwischen rund 45.000 und 63.000 Euro, mit deutlich höherem Verdienst durch Provision bei guter Zielerreichung.

Du willst in den Vertrieb, oder den nächsten Schritt?

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