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Einstieg

Job im Vertrieb finden: so gehst du vor

Die meisten guten Vertriebsjobs findest du nicht auf StepStone oder Indeed. Sie stehen zuerst auf der Karriereseite des Unternehmens, in einem LinkedIn-Post der Gründerin oder gar nicht öffentlich, weil die Firma lieber direkt anspricht. Wer nur Jobbörsen durchsucht, sieht einen Ausschnitt des Marktes, meistens den am stärksten umkämpften.

Dieser Beitrag zeigt, wo du wirklich suchst, wie du seriöse Anzeigen von leeren Versprechen unterscheidest und warum die Initiativbewerbung im Vertrieb besser funktioniert als in fast jedem anderen Bereich.

Wo Vertriebsstellen wirklich ausgeschrieben sind

Die größte Auswahl an aktuellen Vertriebsstellen liegt nicht in einer einzelnen Quelle, sie verteilt sich auf vier Kanäle gleichzeitig: Karriereseiten von Unternehmen, LinkedIn, Branchen-Communities und dein eigenes Netzwerk. Gerade junge, frisch finanzierte Unternehmen schreiben eine offene Stelle zuerst intern oder auf der eigenen Seite aus, bevor sie überhaupt bei einer Jobbörse landet.

Prüfe deshalb regelmäßig:

  • Karriereseiten von Firmen, die dich interessieren, direkt und nicht nur über Google
  • LinkedIn, mit Suche nach Rolle plus “SDR” oder “Account Executive” (m/w/d) und Filter auf die letzten Tage
  • Funding-News, zum Beispiel über die LinkedIn-Feeds von Investoren, weil frisch finanzierte Unternehmen fast immer Vertrieb aufbauen
  • Dein Netzwerk aus früheren Kolleginnen und Kollegen, der Kanal mit der höchsten Trefferquote, aber auch der langsamste

Auf LinkedIn lohnt sich mehr als eine einzelne Suchanfrage. Speichere dir zwei bis drei Suchen mit unterschiedlichen Begriffen, zum Beispiel einmal nach der Rolle und einmal nach “Sales Hiring” oder “bauen unser Vertriebsteam auf”, und aktiviere die Benachrichtigung für neue Treffer. So verpasst du keine Anzeige, die erst wenige Stunden online steht, und genau die haben oft noch wenige Bewerbungen.

Xing spielt für klassische Vertriebsrollen in Deutschland immer noch eine Rolle, vor allem außerhalb von Berlin, München und Hamburg. Für Startup-Rollen ist es aber meist die zweite Wahl hinter LinkedIn, weil sich dort die Gründer und Vertriebsleiter tatsächlich bewegen.

Welche Rolle du zuerst ins Auge fassen solltest

Das hängt von deiner bisherigen Erfahrung ab, nicht von deinem Wunschgehalt. Ohne Vertriebstitel im Lebenslauf ist der SDR (m/w/d) fast immer der realistischere erste Schritt, weil dort Termine vereinbart werden und nicht direkt abgeschlossen wird. Mit ein bis zwei Jahren nachweisbarer Vertriebserfahrung kannst du dich direkt auf Account-Executive-Rollen bewerben.

Bewirb dich nicht wahllos auf beides gleichzeitig bei derselben Firma, das wirkt planlos. Wie sich die beiden Rollen im Alltag konkret unterscheiden, steht in Was macht ein SDR wirklich? und Was macht ein Account Executive?

Woran du eine seriöse Anzeige erkennst

Seriöse Anzeigen nennen, was genau verkauft wird, an wen, und wie das Gehalt aufgebaut ist. Wirbt eine Anzeige stattdessen mit “Traumgehalt” oder “unbegrenztem Verdienst” ohne Zahlen, ist das ein Warnsignal.

Weitere Signale für Seriosität:

  • Impressum und echte Firmenadresse sind auffindbar
  • Der Auswahlprozess wird beschrieben, nicht nur eine “schnelle Entscheidung” versprochen
  • Fixum und variabler Anteil stehen als Spanne da, nicht nur als “attraktives Gehaltspaket”
  • Die Stelle ist AGG-konform mit dem Zusatz (m/w/d) ausgeschrieben

Der Unterschied zeigt sich schon in einem einzigen Satz. “Wir suchen eine echte Vertriebspersönlichkeit mit Hunter-Mentalität, Traumgehalt möglich” sagt nichts darüber aus, was du tust, an wen du verkaufst oder was du am Ende verdienst. Eine seriöse Version liest sich eher wie “du telefonierst täglich mit Gründern aus dem B2B-SaaS-Bereich, Fixum 38.000 bis 42.000 Euro plus Provision, realistisches Gesamtgehalt im ersten Jahr 45.000 bis 50.000 Euro”. Der zweite Satz lässt sich prüfen, der erste nicht.

Wie du das im Detail prüfst und welche Formulierungen aufhorchen lassen sollten, steht ausführlich in Wie du einen guten Vertriebsjob erkennst.

Warum die Initiativbewerbung im Vertrieb besonders gut funktioniert

Du bewirbst dich bei Leuten, die genau die Eigenschaft kaufen, die du gerade zeigst. Eigeninitiative, Recherche und der Mut, jemanden direkt anzusprechen, sind im Vertrieb keine Bewerbungstugend, sie sind der Job selbst.

Über alle Branchen hinweg liegt die Erfolgsquote von Initiativbewerbungen laut Robert Half bei rund 33 Prozent, ein weiteres Fünftel wird zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt. Bei Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitenden freut sich laut derselben Quelle sogar jedes zweite HR-Team, wenn Kandidatinnen und Kandidaten aktiv werden. Für kleine, wachsende Vertriebsteams, wie sie bei finanzierten Startups entstehen, trifft das besonders zu.

In welcher Reihenfolge du vorgehst

Eine Initiativbewerbung wirkt am stärksten, wenn sie wie ein guter Vertriebsprozess aufgebaut ist, mit Zielauswahl vor Ansprache und Ansprache vor Bewerbung.

SchrittWas du tust
1. Zielliste10 bis 15 Unternehmen, deren Produkt und Zielgruppe du verstehst, idealerweise frisch finanziert
2. Recherche15 Minuten pro Firma: Was wird verkauft, an wen, wie groß ist das Vertriebsteam
3. AnsprechpartnerHead of Sales oder Gründerin statt allgemeines Bewerbungspostfach
4. KurznachrichtEin konkreter Grund, warum du gerade diese Firma anschreibst, kein Textbaustein
5. NachfassenNach 5 bis 7 Tagen, freundlich und kurz, mit einer neuen Information oder Frage

Eine Kurznachricht an einen Head of Sales könnte zum Beispiel so aussehen: “Hallo, ich habe gesehen, dass ihr gerade euer Vertriebsteam aufbaut. Ich komme aus dem Fitnessstudio-Verkauf, spreche seit drei Jahren täglich mit Leuten, die zuerst Nein sagen, und würde gern in 15 Minuten zeigen, was das für euch bedeuten könnte.” Kurz, konkret, mit einem klaren nächsten Schritt, das reicht.

Was du in der Bewerbung selbst zeigen solltest

Zeig, dass du recherchiert hast, bevor du schreibst. Ein Satz wie “ich habe gesehen, dass ihr gerade eure Series A abgeschlossen habt und jetzt SDRs (m/w/d) aufbaut” sagt mehr über dich aus als jede Selbstbeschreibung.

Halte die Nachricht kurz und schlag einen konkreten nächsten Schritt vor, zum Beispiel ein 15-minütiges Gespräch. Genau das erwartest du später von jedem Kunden, den du selbst überzeugen willst, wende es also auf dich selbst an. Wie du deinen Lebenslauf so aufbaust, dass er zu diesem Auftritt passt, steht in Lebenslauf für den Vertrieb schreiben.

Der ehrliche Teil: Ablehnung gehört dazu

Auch mit einer guten Ansprache bekommst du mehr Absagen und Funkstille als Zusagen. Das gehört zur Vertriebssuche dazu, genauso wie zum Job am Telefon später.

Wer im Vertrieb arbeitet, lernt früh, dass ein Nein selten etwas über den eigenen Wert aussagt und meistens etwas über Timing, Budget oder Zuständigkeit. Die gleiche Haltung hilft bei der Jobsuche. Rechne mit einer Quote statt mit einem Einzelschuss, und halte die Zahl der Ansprachen hoch genug, dass ein einzelnes Nein nicht wehtut.

Praktisch heißt das: Wenn du zehn Unternehmen anschreibst und nur eines reagiert, ist das kein Beweis, dass du ungeeignet bist. Schau dir eher an, ob die neun anderen Nachrichten wirklich individuell waren oder eher nach Textbaustein klangen. Die Fehlerquote liegt fast immer in der Zielauswahl oder der Ansprache, selten in dir als Person.

Wie ein fairer Auswahlprozess für dich aussieht

Ein fairer Prozess sagt dir vorher, was auf dich zukommt, und bewertet, was du kannst, nicht nur, wie dein Lebenslauf aussieht. Frag im Prozess aktiv danach, wie die Auswahl abläuft und wie viele Runden es gibt.

Ein Warnsignal ist ein Prozess, der sich über Wochen zieht, ohne dass du merkst, woran das liegt. Ein gutes Zeichen ist das Gegenteil: klare Ansage, wann du mit Rückmeldung rechnen kannst, und ein Verfahren, das für alle Kandidatinnen und Kandidaten gleich abläuft, statt bei jedem improvisiert zu werden.

Bei Topbesetzung läuft die Vorqualifizierung automatisiert und schnell, danach zeigst du deine Verkaufsfähigkeit direkt in einem Verkaufs-Test am Telefon, statt nur im Gespräch darüber zu reden. Wie der gesamte Ablauf für dich als Kandidat aussieht, erklären wir auf der Seite für Vertriebler.

Häufige Fragen

Wo finde ich die meisten offenen Vertriebsstellen?

Am meisten Auswahl bekommst du, wenn du Karriereseiten von Firmen, die dich interessieren, LinkedIn und dein eigenes Netzwerk parallel nutzt, statt dich auf eine einzelne Jobbörse zu verlassen. Frisch finanzierte Unternehmen schreiben Vertriebsstellen oft zuerst auf der eigenen Seite aus.

Lohnt sich eine Initiativbewerbung im Vertrieb?

Ja, deutlich mehr als in vielen anderen Bereichen. Laut einer Studie von Robert Half liegt die Erfolgsquote bei rund 33 Prozent, weil Eigeninitiative im Vertrieb selbst die gefragte Fähigkeit ist. Gerade kleinere, wachsende Unternehmen reagieren positiv auf aktive Bewerber.

Muss eine Vertriebsanzeige ein Gehalt nennen?

Gesetzlich nicht immer, aber es ist ein starkes Qualitätssignal. Seriöse Anbieter nennen zumindest die Spanne aus Fixum und variablem Anteil, weil sie wissen, dass Vertriebler rechnen, bevor sie sich bewerben.

Was mache ich, wenn ich nach der Bewerbung nichts höre?

Fass nach fünf bis sieben Tagen freundlich und kurz nach, am besten mit einer neuen Information statt nur einer Erinnerung. Bleibt es weiter still, ist das selten persönlich gemeint, meistens steckt interne Kapazität oder eine geänderte Priorität dahinter.

Du willst in den Vertrieb, oder den nächsten Schritt?

Wir vermitteln SDR- und AE-Rollen (m/w/d) bei finanzierten B2B-Startups. Zeig am Telefon, was du kannst. Für dich ist das kostenlos.

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